Historie

Gründung
Im Jahre 1925 fanden sich rund zwei Dutzend überwiegend freigewerkschaftlich organisierte Arbeiter und Angestellte in Gelsenkirchen zusammen, um den seit dem ersten Weltkrieg verschärften Mangel an preiswertem und gesundem Wohnraum durch engagierte Eigeninitiative zu mindern. Am 18.Januar 1926 gründeten sie im damaligen Gewerkschaftshaus die Gemeinnützige Baugenossenschaft „Vorwärts“ mit Sitz in Gelsenkirchen. In der Gründungsversammlung beriefen die anwesenden Junggenossen Jakob Debus, Konrad Reidt und Karl Immler in den dreiköpfigen Vorstand. Amtlich wurde die Gründung durch die Eintragung in das Genossenschaftsregister am 17. Mai 1926.

 Stürmische Bautätigkeit in den Gründerjahren
Die Genossen starteten mit jenem Elan, wie es die Unternehmensbezeichnung signalisierte: Bereits im Gründungsjahr entstanden die ersten vier Häuser mit 12 Wohnungen am Markgrafenhof in Gelsenkirchen-Ückendorf. Darüber hinaus wurden zwei weitere Häuser mit vier Wohnungen in Angriff genommen und in der Theodorstraße in Gelsenkirchen-Schalke wurde der Grundstein für 16 weitere Wohnungen gelegt. 1927 entstanden 42 Wohnungen im Gebiet der heutigen Blumendelle und der Liebfrauenstraße in Gelsenkirchen-Schalke. Ein Jahr später erfolgte die Fertigstellung von nicht weniger als 19 Häusern mit 86 Wohnungen in der Waltraudstraße in Gelsenkirchen-Bulmke, weitere zwei Objekte mit zehn Wohnungen wurden 1929 bezugsfertig. Die Mitgliederzahl stieg in nur wenigen Monaten auf über 400 Mitglieder an und steigerte sich in den Nachfolgejahren auf mehr als 600. Die Genossenschaft nahm auch in den Folgejahren weitere Bauvorhaben in Angriff. Selbst im Jahr des Börsenkrachs und der damit einsetzenden weltweiten Rezession setzten die Genossen die Bautätigkeit weiter fort.

Das Dritte Reich
Erst das dritte Reich beendete die stürmische Bautätigkeit und erzwang eine unfreiwillige Baupause. Am 19. Juni 1938 erfolgte die Verschmelzung der Gemeinnützigen Baugenossenschaft „Vorwärts“ mit dem am 4. Mai 1925 gegründeten „Gemeinnützigen Spar- und Bauverein Wattenscheid-Eppendorf “ zur „Gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaft Gelsenkirchen und Wattenscheid“. Während des von Hitler ausgelösten zweiten Weltkrieges mußten die Genossen ohnmächtig zusehen, wie ihr Werk weitgehend den Bombenangriffen der Alliierten zum Opfer fiel.

 Die Zeit nach dem 2. Weltkrieg
Durch den 2. Weltkrieg verloren viele Mitglieder ihr Obdach. Ein erheblicher Teil des Genossenschaftsbesitzes lag in Trümmern. 125 Wohnungen waren vollständig zerstört, 316 mehr oder weniger in Mitleidenschaft gezogen. Nur 108 Wohnungen blieben unbeschädigt. Nach dem 2. Weltkrieg begannen die Genossen und Genossinnen unverdrossen mit dem Wiederaufbau. Parallel zum Wiederaufbauprogramm wandte sich die Genossenschaft weiteren Neubauvorhaben zu.

Die Genossenschaft heute
Vorrangiges Bestreben unseres Unternehmens ist die Erhaltung und Modernisierung unseres bestehenden Hausbesitzes. Im Rahmen einer moderaten und marktorientierten Neubauplanung steht derzeit und zukünftig die Versorgung von unseren älteren Mitgliedern und kinderreichen Familien mit gutem und vor allem bezahlbarem Wohnraum im Vordergrund.